Warum weniger mehr ist – 3 Tipps zu mehr Minimalismus

Von Jan Grabow

Wer kennt das auch? Ein voller Kleiderschrank, aber nichts zum Anziehen. Schubladen, die überquellen, aber in denen Du nie etwas findest. Tupperdosen und Deckel, die nie zusammenpassen, aber deine Küche fest erobert haben. Alleine während ich diese Zeilen tippe, breitet sich ein unbehagliches Gefühl von Hilflosigkeit und Kontrollverlust in mir aus. Besitzen wir so viel, dass wir den Überblick verloren haben? Und kann uns mehr Minimalismus aus diesem Schlamassel helfen?

 

Minimalistisches Leben bedeutet im Grunde ballastfrei zu sein. Der bewusste Verzicht schafft Platz für das Wesentliche. Immer öfter häufen sich Posts im Instagram Feed, mit dem Hashtag #minimalism versehen, die zu einem cleanen, minimalistischen Lifestyle motivieren. Handelt es sich um einen neuen, hippen Trend? Eigentlich nicht, denn wie viele andere Trends ist diese Bewegung aus der Vergangenheit aufgegriffen. Bereits seit vielen Epochen raten Philosophen, Schriftsteller und sogar Religionen dazu, die Abhängigkeit von materiellen Gütern abzulegen.

 

“Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug.” – Epikur, griechischer Philosoph

 

Findest du es nicht auch ziemlich ironisch, dass uns Mangel und Überfluss zum gleichen Maße unzufrieden machen können? Wie sieht die goldene Mitte aus? Hier sind drei realistische Tipps, die dir helfen, ein bisschen mehr Minimalismus in den Alltag zu integrieren:

 

1. Behalte das, was dich glücklich macht.

Bestimmt hast du schon von der “KonMari-Methode” gehört, die von der Ordnungs-Expertin Marie Kondo erfunden wurde. Die Hauptaussage ist, dass nur Sachen behalten werden sollten, die dich glücklich machen. Dinge, die dich enttäuscht haben, oder die du einfach nicht mehr brauchst, sollten ohne Schuldgefühle entsorgt oder weitergegeben werden.

 

2. Tägliches Ausmisten.

Nimm dir jeden Tag etwas Zeit, durch die Wohnung zu gehen und Dinge einzusammeln, die du nicht mehr brauchst. Wenn du dir mindestens einmal die Woche konsequent dafür Zeit nimmst, wirst du einen deutlichen Unterschied bemerken. So fühlst du dich nicht überfordert, da du nicht gleich vor einem überfüllten Kellerraum landest, sondern Schritt für Schritt deinen Wohnraum von überflüssigen Gegenständen befreist. Dabei ist es natürlich wichtig, die Dinge möglichst nachhaltig zu entsorgen, denn jemand anderes könnte durchaus Nutzen daran finden. Du kannst dich also, statt alles einfach wegzuschmeißen, darüber informieren, an welche Organisation du spenden oder wo du deine Sachen verkaufen könntest. Auch im Freundes- und Familienkreis findet sich bestimmt jemand, der dir gerne einige Dinge abnimmt.

 

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3. Bewusst konsumieren.

Natürlich ist es nicht nur wichtig, überflüssiges Eigentum zu entsorgen, sondern auch den ständigen Kauf von neuen Dingen einzustellen. Versuche Kaufentscheidungen überlegt zu treffen, denke nach, ob du bereits ähnliche Produkte besitzt und wie viel Nutzen und Freude das Gut dir bringen wird. Als überzeugte Kosmetik-Liebhaberin habe ich einsehen müssen, dass ich nur ein Gesicht habe und dementsprechend nie all das Make-Up, das ich theoretisch gerne hätte, tragen oder verbrauchen könnte. Also kommt nicht der zehnte Nude-Lippenstift in den Einkaufskorb, sogar wenn er “einen etwas anderen Unterton” oder “soooo eine schöne Verpackung” hat. Auch was meine Ernährung angeht, denke ich jetzt gründlicher darüber nach, was ich meinem Körper zuführe und frage mich, woher die Lebensmittel stammen und wie sie produziert werden. Lieber landen ausgewählte, gesunde und leckere Produkte im Kühlschrank, als ihn mit Junk-Food zu beladen.

 

Momentaner Konsum-Trend oder doch ein erprobter Lifestyle, um sich von materiellem Überfluss, leidigen Verpflichtungen oder negativen Beziehungen zu befreien? Teile deine Meinung und erzähl uns von deinen Erfahrungen oder verrate uns deine persönlichen Tipps zum minimalistischen Leben.