Von der Studentin zur Vollzeitgründerin: “Gründen ist kein Synonym für Gewissheit”

Von Jan Grabow

Der Herbst ist da, Zeit zum Durchatmen? Wohl kaum. Dennoch: In mir macht sich das Gefühl breit, ich müsse mal inne halten und auf die letzten acht Monate zurückblicken. Vor acht Monaten gründeten Jan und ich die NOMOO OHG – Mitte Februar 2018. Der Startschuss in ein spannendes Abenteuer war gefallen. Heute stecke ich als Gründerin mittendrin.

Oft wundere ich mich darüber, wie schnell die Zeit vergeht. Im Januar schrieben Jan und ich noch fleißig an unseren Bachelorarbeiten, waren richtige Studenten. Ein paar Wochen vorher wussten wir noch nicht wirklich, wo die Reise mit NOMOO eigentlich hingehen sollte. Eine Idee, die wir sogar eine Zeit lang in aller Ernsthaftigkeit verfolgten, war es, NOMOO als Marke für Eisdielen zu etablieren. Heute muss ich darüber schmunzeln, auch wenn die Idee an sich eigentlich gar nicht so verkehrt war. 

Aller Anfang ist schwer

Fest steht, Anfang des Jahres war noch vieles ungewiss und das ist auch absolut normal, denn etwas zu gründen, ist kein Synonym für Gewissheit. Eins war uns allerdings ganz klar: Wir wollten es unbedingt mit der Selbstständigkeit versuchen. Mutig sein und ernst machen. Wir wollten Vollzeit in unser eigenes Unternehmen einsteigen. Das war schon im Studium ein kleiner Traum, als wir noch nachts in der Gastronomieküche vor einer kleinen Eismaschine standen und Eis anrührten; was haben wir uns damals die Nächte um die Ohren geschlagen. Tagsüber lieferten wir es dann in Thermoboxen und mit Bus und Bahn an Kölner Cafés aus. Wie oft haben wir damals komische Blicke geerntet. Viele dachten wohl wir wären Pizzaboten!

 

“Ich wüsste gar nicht, wo ich starten sollte”, das höre ich sehr oft.

 

Ganz ehrlich? Als Gründerin habe ich es damals selbst nicht gewusst und es hat mich auch nicht gestört. Heute weiß ich ehrlicherweise noch nichtmals mehr, was wir uns eigentlich in diesen ganzen nächtlichen Eis-Produktionen so gedacht haben. Statt auf Studentenpartys zu gehen, führte uns der Weg nur allzu oft in die Küche – wir Nerds. Wenn andere gerade von Partys kamen, dann kamen wir aus der Küche. Eins hatten wir wahrscheinlich gemein: Wir waren beide heilfroh, endlich ins Bett zu fallen. Das damalige Garagenflair hab ich allerdings schon immer gefeiert, denn unsere damalige Produktionsstätte war wirklich mitten im Herzen von Köln in einem Innenhof. Das Lager befand sich in einer Art Keller. Irgendwie hat mich das alles an diese typischen Garagen-Aufstiegs-Geschichten erinnert.

Meine Gründerin-Philosophie: Einfach mal machen

Groß denken, konnte ich schon immer gut. Obwohl unser Business eine gefühlte Nanogröße hatte, fühlte ich, dass da etwas hinter steckt, glaubte fest daran…und meine Einstellung á la “Es wird sich schon alles ergeben. Einfach mal machen” hat mir die nötige Gelassenheit gegeben. Es ging am Anfang eigentlich nur um dieses “anfangen”. Rückblickend war es ein erstes “Gehen lernen”, bis der Bachelor beendet war. Allerdings bin ich mir schon jetzt sicher, dass dieses “machen” oder “irgendwo anfangen” der Schlüssel ist.

Oft überlegen wir viel zu lange hin und her. Unsere Träume und Ideen gehen dann irgendwo auf der Strecke verloren. Also los einen Schritt vor den anderen. Wie heißt es so schön? Der Weg ist das Ziel…